Crailsheimer Lesepaten

 

 

Um die Lese- und Sprachkompetenz förderbedürftiger und sozial benachteiligter Kinder in Kindergärten und Grundschule zu verbessern, hat die Bücherei im Kreuzberg-Gemeindehaus 2004 Menschen gesucht, die Zeit, Kompetenz und Engagement freiwillig und kostenlos zur Verfügung stellen.

 

24 Frauen und Männer unterschiedlichen Alters und Profession lesen seither in Crailsheimer Kindergärten und Schulen.

Sie lesen regelmäßig vor, sprechen mit den Kindern und erklären Begriffe und Wörter, welche die Kinder nicht kennen. Sie motivieren und ermutigen die Kinder zum Sprechen und Lesen. Sie arbeiten spielerisch am Leseverständnis.

 

Sie wecken LESEFREUDE !

Die Lesepaten treffen sich regelmäßig zum Austausch und zur Fortbildung.

Falls Sie Interesse haben, melden Sie sich bei uns.

Kontakt:

Brigitte Weidenbacher, Tel. 07951  42724

 

Lesepaten: "Welche Geschichte hast du mitgebracht?"

Seit zehn Jahren lesen die Crailsheimer Lesepaten Kindern vor. Gudrun Abel, Gaby Grund, Ursula Hachtel, Marianne Francke, Jutta Lerch, Edith Meißner-Koch, Andreas Mundt und Erika Weyhreter sind Vorleser der ersten Stunde." Foto: Christine Hofmann

Jede Woche gehen Ehrenamtliche in Crailsheimer Kitas und Schulen, um Kindern vorzulesen. Davon profitieren die jungen Zuhörer und die Lesepaten. Seit zehn Jahren gibt es das Projekt in Crailsheim.

CHRISTINE HOFMANN | 08.07.2015

Seit zehn Jahren lesen die Crailsheimer Lesepaten Kindern vor. Gudrun Abel, Gaby Grund, Ursula Hachtel, Marianne Francke, Jutta Lerch, Edith Meißner-Koch, Andreas Mundt und Erika Weyhreter sind Vorleser der ersten Stunde.

Die Freude ist beiderseits: Sobald die Kindergartenkinder Ursula Hachtel sehen, stürmen sie ihr entgegen und rufen: "Welche Geschichte hast du heute mitgebracht?" Auf diese Begrüßung hat sich die Lesepatin der Bücherei auf dem Kreuzberg schon gefreut. Sie hat sich gut vorbereitet, ein schönes Bilderbuch ausgewählt und ein Spiel in der Tasche, falls die Zuhörer eine Pause brauchen. Gern liest sie Kindergarten- und Schulkindern in ihrer Freizeit vor. Dadurch entwickeln die Kleinen ein besseres Sprachgefühl, und bei den Größeren wird die Lesekompetenz gestärkt. Vor allem aber machen die gemeinsamen Vorlesestunden allen Beteiligten viel Spaß. Hachtel: "Es kommt unheimlich viel zurück von den Kindern."

Im Jahr 2005 bedurfte es nur eines einzigen Aufrufs: Lesepaten gesucht. "Ich hatte gedacht, wenn sich zwei oder drei Ehrenamtliche melden, wäre das super", berichtet Ingrid Schlosser, Initiatorin des Lesepaten-Projekts. "Tatsächlich wollten sofort zwölf Personen mitmachen. Das war unglaublich." So konnten von Beginn an alle Kindergärten und Schulen auf dem Kreuzberg einen eigenen Paten bekommen. Eine Anlaufphase brauchte das Projekt nicht.

Die Paten bekamen eine kurze Einweisung mit Vorlese-Tipps und Ideen für kleine Spiele. Und schon ging es los. Sie besuchten regelmäßig Bildungseinrichtungen, um Kindern vorzulesen, Begriffe und Wörter zu erklären, die die Kinder nicht kannten und sie zum Sprechen und Lesen zu ermuntern. Im Gepäck hatten sie stets ein spannendes, lustiges, informatives oder nachdenklich machendes Buch - entweder aus dem eigenen Bücherregal oder aus dem Bestand der Bücherei im Kreuzberg-Gemeindehaus. Schlosser: "Es lief super. Die Paten waren hoch motiviert - und sie sind es heute noch."

Neun Paten aus dem Starterteam sind bis heute Vorleser in Crailsheimer Kitas, Grund- und Förderschulen. Andere kamen hinzu - manche nur kurz, manche blieben. Insgesamt 30 Paten unterschiedlichen Alters hat Brigitte Weidenbacher, die das Projekt koordiniert, in zehn Jahren gezählt: "Alle sind mit vollem Einsatz dabei." Tausende Kinder haben davon profitiert. Nach dem Kreuzberger Vorbild wurden Paten-Projekte in anderen Bildungseinrichtungen eingerichtet.

CHRISTINE HOFMANN | 08.07.2015